Erstens: Krankenkassenprämien, für jeden einzeln
Es gibt keine Familienversicherung. Jede Person mit Wohnsitz in der Schweiz zahlt ihre eigene Prämie — Erwachsene wie Kinder. Bei einer vierköpfigen Familie sind das vier Rechnungen im Monat.
Dazu kommt die Franchise: Du wählst selbst, wie viel du im Jahr aus eigener Tasche zahlst, bevor die Kasse einsetzt. Eine hohe Franchise senkt die Prämie und erhöht das Risiko.
Das ist der Posten, der in jeder Vergleichsrechnung fehlt und der die Differenz zum deutschen Gehalt am stärksten schrumpfen lässt. Rechne ihn zuerst.
Bundesamt für Gesundheit — VersicherungspflichtZweitens: Die Kaution sind drei Monatsmieten
Die Mietkaution darf bis zu drei Monatsmieten betragen und muss auf ein Konto, das ausschließlich auf deinen Namen läuft. Solange die Miete läuft, kommt keiner der beiden Seiten allein daran.
Das ist mieterfreundlicher als in Deutschland — dein Geld liegt sicher und getrennt vom Vermögen des Vermieters. Es bedeutet aber, dass beim Einzug ein hoher Betrag gebunden wird, zusätzlich zur ersten Miete.
Bei Schweizer Mieten ist das schnell ein fünfstelliger Betrag. Er kommt zurück, aber er muss erst einmal da sein.
Mieterinnen- und Mieterverband — MietzinsdepotDrittens: Der Alltag kostet, auch der kleine
Der Müll wird pro Sack bezahlt, und der offizielle Gebührensack der Gemeinde ist der einzige, der abgeholt wird. Das ist symptomatisch: Vieles, was in Deutschland pauschal läuft, wird hier einzeln abgerechnet.
Essen gehen, Lebensmittel, Handwerker, Kinderbetreuung — alles liegt deutlich über deutschem Niveau. Der berühmte Einkauf über der Grenze ist kein Klischee, sondern für Grenzregionen gelebte Praxis.
Was dafür günstiger ist als sein Ruf: der öffentliche Verkehr im Abonnement, und die Steuern — je nach Kanton und Gemeinde teils erheblich.
Stadt Zürich — Züri-SackUnd der Kanton entscheidet mehr als das Land
Die Steuerlast unterscheidet sich zwischen Kantonen und sogar zwischen Gemeinden desselben Kantons erheblich. Zwei Familien mit identischem Einkommen können unterschiedlich viel zahlen, weil sie zwanzig Kilometer auseinander wohnen.
Dasselbe gilt für Krankenkassenprämien: Sie werden regional festgelegt und schwanken deutlich. Und für Mieten ohnehin.
Deshalb ist die Wahl des Wohnorts in der Schweiz eine finanzielle Entscheidung. Wer Angebote vergleicht, vergleicht nicht Städte, sondern Gemeinden.
Die größten amtlichen Gebühren
Ein Auszug aus dem Auswanderungsplan für die Schweiz — mit Frist, zuständiger Stelle und Gebühr.
Berufsabschluss / Diplom anerkennen lassen (reglementierte Berufe)
- Frist
- vor Aufnahme der reglementierten Berufstätigkeit
- Zuständig
- Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) bzw. zuständige Anerkennungsstelle
- Gebühr
- 630 €
Obligatorische Krankenversicherung (KVG) abschließen
- Frist
- Innerhalb 3 Monaten nach Wohnsitznahme, Schutz rückwirkend ab Einreise
- Zuständig
- Frei wählbare Krankenkasse; Aufsicht Bundesamt für Gesundheit (BAG)
- Gebühr
- 420 €
Serafe Radio- und Fernsehabgabe
- Frist
- Automatisch nach Anmeldung im Einwohnerregister
- Zuständig
- Serafe AG (im Auftrag des Bundes / BAKOM)
- Gebühr
- 352 €
Zeugnisse und Diploma Supplement für die Anerkennung sammeln
- Frist
- Vor dem Umzug
- Zuständig
- Hochschule / IHK / Kammer
- Gebühr
- 300 €
Fahrzeugprüfung (MFK) und Zulassung beim Strassenverkehrsamt
- Frist
- innerhalb 1 Jahr nach Wohnsitznahme (Übersiedlungsgut)
- Zuständig
- Kantonales Strassenverkehrsamt (Motorfahrzeugkontrolle)
- Gebühr
- 265 €
Deutschen Führerschein in Schweizer Führerausweis umtauschen
- Frist
- innerhalb 12 Monaten nach Einreise (Gesuch ca. 1 Monat vorher stellen)
- Zuständig
- Kantonales Strassenverkehrsamt
- Gebühr
- 160 €
Auf dieser Seite steht ein Ausschnitt
Der Auswanderungsplan für die Schweiz hat 49 Aufgaben.
Jede mit Frist, zuständiger Stelle und Beleg — und zugeschnitten auf deine Lage: auf deine Postleitzahl, deinen Einwanderungsweg, deine Familie und darauf, ob du angestellt bist oder auf eigene Rechnung arbeitest. Im Konto hakst du sie ab, als PDF nimmst du sie mit.
Zuletzt gegengelesen am 24.8.2026. Die amtlichen Angaben stammen aus dem geprüften Auswanderungsplan für die Schweiz und tragen ihr eigenes Prüfdatum. Information, keine Rechts- oder Steuerberatung.
